Tierrechte

Fragebogen der Menschen für Tierrechte -- Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Roermonder Str 4a 52072 Aachen
Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2002

 

1. Die Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz geht auf eine Initiative unseres Verbandes zurück und ist nun nach 12-jährigem zähen Ringen mit der Unterstützung aller Fraktionen gelungen. Sind Sie der Meinung, dass der Tierschutz als Grundwert auch in einer europäischen Verfassung verankert werden sollte?

ja

2. Mit dem neuen Bundes-Naturschutzgesetz haben ausgesuchte Naturschutzverbände ein Klagerecht in Naturschutzfragen bekommen. In der Gesetzesbegründung heißt es, die Verbandsklage habe sich (dort, wo sie schon bestanden hat) bewährt. Sollte nicht auch Tierschutzverbänden (schon aus Gleichheitsgründen) ein Klagerecht in Tierschutzfragen eingeräumt werden?

ja

3. Das so genannte Schächturteil des Bundesverfassungsgerichtes in Karlsruhe hat in weiten Kreisen der Bevölkerung zu massivem Protest geführt. Sind Sie dafür, dass die Ausnahmegenehmigung für betäubungsloses Schlachten in Deutschland (wie auch in der Schweiz) schnellstens aufgehoben wird und dass dies aufgrund der neuen Verfassungslage auch geboten ist?

Bemerkungen: Der aktuelle Zustand ist sicher nicht befriedigend. Das Bundesverfassungsgericht hatte Grundrechtsgüter abzuwägen. Es muss erreicht werden, dass Tiere nicht ohne Betäubung getötet werden dürfen.

4. An den meisten Universitäten werden Studierende der Biologie, Human- oder Veterinärmedizin gegen ihr Gewissen gezwungen, in Pflichtpraktika an eigens zum Zweck der Übung getöteten Tieren zu experimentieren. Dazu reicht es derzeit aus, wenn der zuständige Professor behauptet, der Lehrzweck sei anders nicht zu erreichen.

Sollten Studierende nicht - spätestens nach der Aufnahme des Tierschutzes ins Grundgesetz - aufgrund ihrer Gewissensentscheidung berechtigt sein, ihr Studium ohne Übungen an Tieren, die eigens zum Zweck der Ausbildung getötet wurden, zu absolvieren?

ja

5. Sollte die studentische Ausbildung nicht ausschließlich aus tierverbrauchsfreien Lehrmethoden, z.B. filmischen Darstellungen oder Computeranwendungen bestehen?

Bemerkungen: Grundsätzlich ja. Ausnahmetatbestände halte ich aber für denkbar. Diese müssten gesetzlich und repressiv geregelt werden.

6. Unser Verband feiert in diesem Jahr sein 20jähriges Jubiläum. Seit Beginn treten wir für das Ende der Tierversuche durch Entwicklung und Anwendung tierversuchsfreier Forschungs- und Testverfahren ein. Leider schenken weder Politik noch Wissenschaft der In-vitro-Forschung die notwendige Aufmerksamkeit. Sind Sie mit uns der Meinung, dass der Forschungsstandort Deutschland auch und gerade durch Verstärkung der tierversuchsfreien Forschungsansätze gefestigt werden müsste und dass Deutschland eine Führungsposition in dieser Branche einnehmen sollte?

ja

7. Stichwort Agrarwende: Nach Bundesministerin Renate Künast soll Deutschland dadurch besser auf dem Weltmarkt bestehen, dass hier verstärkt Lebensmittel tierischer Herkunft produziert werden, die mit dem ideellen Qualitätsmerkmal "aus artgerechter Tierhaltung" versehen sind. Halten Sie das für einen guten Weg?

ja

8. Ist Ihnen persönlich das ideelle Qualitätsmerkmal eines Produkts "aus artgerechter Tierhaltung" wichtig?

ja

9. Nach gegenwärtigen Plänen aus dem Ministerium für Verbraucherschutz werden in nächster Zeit die Haltungsbedingungen von folgenden Nutztieren verbessert bzw. neu definiert: Pelztieren, Schweinen, Masthähnchen (Broiler) und Puten sowie möglicherweise Kaninchen. Sind Sie der Meinung, dass die zukünftigen Haltungsvorgaben den arteigenen Bedürfnissen der Tiere voll Rechnung tragen müssen und dass wirtschaftliche Aspekte eine nachgeordnete Rolle spielen sollten?

ja

10. Die Bekämpfung des Welthungers ist eine der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Eine Möglichkeit, ihm zu begegnen, ist die Förderung der Pflanzenproduktion und der vegetarischen Lebensweise. Die Nutztier-Haltung beansprucht einen Großteil der pflanzlichen Nahrungsmittel unserer Welt. Bekannterweise werden zur Erzeugung einer Fleischkalorie ca. sieben Futterkalorien verbraucht. Auch für die Umwelt wäre eine Reduzierung der Nutztier-Haltung von Vorteil. Treten Sie dafür ein, dass durch die Steuer- und Subventionspolitik sowie durch Aufklärung die Akzente entsprechend gesetzt werden?

ja

11. Sollten Sie in den Bundestag gewählt werden, werden Sie sich im Bereich des Tierschutzes besonders einsetzen?

Enthaltung Meine Schwerpunkte sind andere.

Schlussbemerkung:

Manche Fragen sind nicht im multiple choice beantwortbar.