Fragen zu Gentechnik und Atomenergie

Herr S. aus Kerpen stellte mir per Mail Fragen zu Gentechnik und Atomenergie:

1.Sind Sie für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in Ihrer Region?

Ich bin natürlich strikt gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Sowohl hier im Rhein-Erft-Kreis, als auch anderswo auf der Welt. Die Bauern von gentechnisch verändertem Saatgut abhängig zu machen und dieses dann noch als Beitrag zur Entwicklungshilfe und als Kampf gegen den Hunger in der Welt darzustellen, finde ich dreist und in der Linie der AgroMultis, die seit Jahren die im Prinzip gleiche Begründung für die Zerstörung der subsistenzsichernden Strukturen in den armen Ländern des Südens liefert.

Um so mehr bedauere ich, dass wir GRÜNE in der Bundesregierung nicht mehr haben durchsetzen können, als den Landwirten, die gentechnisch verändertes Saatgut gebrauchen wollen, das Risiko aufzuerlegen, dass durch die ungewollte Freisetzung entstehen kann.

Ich persönlich halte die sogenannte grüne Gentechnik (veränderte Pflanzen) für eine Risikotechnologie wie die Atomenergie und für einen Frevel an der Schöpfung.

Nicht umsonst testet die Natur Mutationen über das Selektionsprinzip deutlich genauer aus, bevor sie als Fortschritt in die genetische Struktur eingebaut und weitergegeben werden.

2.Wollen Sie gentechnisch veränderte Lebensmittel essen?

Nein. Das ist bei mir auch keine reine Frage des Geschmacks oder des Wollens. Als Nahrungsmittelallergiker bin ich an Leib und Leben durch die Gentechnik direkt bedroht, wenn beispielsweise Paranussgene in Soja eingebaut werden.

Über den Stoffwechsel - also atmen, trinken, essen - nehmen wir als Naturbestandteil am Stoffwechsel mit der Natur teil. Dies kann kulturell geformt aber nicht durch Kulturtechniken ersetzt werden. Wir müssen dauerhaft zu Allianztechniken kommen, die Naturprozesse nutzen und ihr Eigenleben respektieren.

3. Der Neubau von Atomkraftwerken ist in Deutschland seit 2002 verboten. Sind Sie dafür, ihn wieder zu erlauben?

Im Gegensatz zu greenpeace und BUND habe ich den Atomkompromiss als gesellschaftlich schnellsmöglichen Ausstiegsweg aus der Atomenergienutzung in Deutschland begrüßt. Ich halte es für zwingend erforderlich, aus der Atomenergienutzung auszusteigen, weil sie grundsätzlich nicht beherrschbar ist und in der Biospähre zu irreparablen und künftige Generationen über hunderttausende von Jahren binden wird. Dieser Fall ist ja auch schon eingetreten, denn der strahlende Atommüll muss ja noch "entsorgt" werden.

Dass CDU und FDP nunmehr nassforsch und stramm wieder auf den Atomweg einsteigen wollen, ist eine Unverfrorenheit.

4. Kaufen Sie für ihren Privathaushalt Ökostrom, also weder Kohle- noch Atomstrom?

Die Brühler Stadtwerke haben vor Jahren Ökostrom angeboten. Da habe ich einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen. Ich weiß aber, dass das in vielerlei Hinsicht nicht so einfach ist, mit dem Ökostrom kaufen. Aus dem Netz kommt Strom. In das Netz geht Strom. Wie dieser hergestellt wird, kann man ihm nicht ansehen. Insofern nutzt - wenn man so will - auch jeder 100 prozentige Ökostromkunde auch Atomstrom. Die Brühler Stadtwerke kaufen nach eigenem Bekunden 10 Prozent Ökostrom.

Um meine ökologische Energiebilanz zu verbessern, nutzen wir in einer Gemeinschaftsanlage mit sieben weiteren Parteien Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung und bewohnen ein Niedrigenergiehaus.

Im übrigen bin ich leidenschaftlicher Bahn- und Jobticket-Nutzer und Radfahrer. Durch das Job-Ticket, das mich ca. 25 Euro im Monat kostet, spare ich erheblich bei den Fahrtkosten. Statt zweimal die Woche tanken wir nur noch einmal in zwei Wochen.

Ich würde mich freuen, Sie bei einer meiner Wahlkampf - Radtouren kennen zu lernen.