Zuschuss für St. Ursula?

Erklärungsbedürftig ist es natürlich, wenn die grüne Ratsfraktion dafür eintritt, den städtischen Zuschuss für das erzbischöfliche St. Ursula Gymnasium zu überdenken. Während unter der Hand natürlich erzählt wird, dass sei ein ideologischer Schaukampf von rot-grün gegen die kirchliche Schule, muss man zum Verständnis der Haltung ein wenig in die jüngere Geschichte blicken.

Also: es war einmal ein städtisches Hallenbad, das dann im Zuge von Verlagerungen von Defizitbereichen aus dem Stadthaushalt an andere an die Stadtwerke übertragen wurde. (Das Muster gibt es heute noch so ähnlich.) Die Stadtwerke als normaler Betrieb konnten natürlich nicht so ohne weiteres die Schülerinnen und Schüler für den Schwimmunterricht umsonst in das Schwimmbad lassen - wie dies die Stadt noch getan hatte. Die Stadtwerke erwarteten vom Schulträger also entsprechende Beiträge. Für die städtischen Schulen zahlte die Stadt, für die kirchliche Schule St. Ursula musste nun plötzlich das Bistum ran. Das hat den Eltern und Schülern, den Lehrern und dem Träger der Schule nicht gefallen. Denn sie haben gegenüber dem Land einen Anspruch auf Erstattung solcher kosten. Das Land hat sich nun Zeit gelassen und wollte den Zuschuss erst nicht übernehmen.

Daraufhin hat der Stadtrat beschlossen, den Zuschuss für die Schüler des St. Ursula Gymnasiums zu übernehmen. Nobel vom Stadtrat und in Ordnung.

Nicht in Ordnung ist aber nach Auffassung der grünen Fraktion, dass der Zuschuss an St. Ursula auch dann noch weitergezahlt wurde, als das Land nachgegeben hatte und die Kosten für die Schwimmbadnutzung übernahm.

Damit wird dem St. Ursula Gymnasium die Nutzungsgebührt für das Karlsbad zwei mal erstattet. Einmal vom Land, zum anderen von der Stadt.

Nichts gegen Zuschüsse an die Schulen. Die müssen dann aber gerecht verteilt werden.