Bergerstraße: Bürgerliche Mehrheit für Durchgangsverkehr zulasten der Anwohner

Die Bergerstraße ist eine hochbelastete Wohnstraße in Brühl-Ost. Sie ist – neben der Römerstraße – diejenige Straße, die unbedingt entlastet werden muss. Daher wurde bis Ende November an den Planungen festgehalten, die K 7 zwischen Palmersdorfer Hof und Rheinstraße so zu verschwenken, dass die K 7 gegenüber der Wesselinger Straße an die Rheinstraße angebunden wird und dann weiter in die Wesselinger Straße geführt wird. Die Kreuzung könnte dann zu einem Kreisverkehr ausgebaut werden. Bis es soweit ist, hätte eine provisorische Ampelanlage beibehalten werden können, die für eine deutliche Verkehrslärmreduzierung in der Bergerstraße geführt hatte.

Am 20. November 2001 beschlossen dann die Damen und Herren von CDU, BVB und FDP im Verkehrsausschuss, die Bergerstraße wieder für den gesamten Durchgangsverkehr zu öffnen. In einer nicht angekündigten Aktion ließen sich die gesammelten Herren und Damen von CDU und Bürger(!)vereinigung Brühl auf die unverantwortliche Forderung der FDP ein, die Bergerstraße wieder vollständig zur Kreisstraße zu machen. Damit wurden Jahre an Diskussionen und Planungen, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger und die verbindlichen Zielsetzungen des Lärmminderungsplanes im Hau-Ruck-Verfahren vom Tisch gewischt. Die Bergerstraße ist gemäß Lärmminderungsplan zwingend zu entlasten, nun gibt es erneut erheblichen Schwerlastverkehr und jede Menge Autos in der Bergerstraße.

Hierzu äußerte sich der heutige grüne Bürgermeisterkandidat Bortlisz-Dickhoff: "Es gibt es überhaupt keinen Grund dafür, die Leute in der Bergerstraße wieder mit Lärm zu quälen. Denn alle Planungen, die mit dem Verschwenk der K 7 angedacht waren, gehen grundsätzlich auch ohne Straßeneubau. Man kann die K 7 auch über die Rheinstraße in die Wesselinger Straße führen. Um die entsprechenden Verkehrsmengen zu bewältigen, kann die Rheinstraße zwischen Bergerstraße und Wesselinger Straße problemlos vierstreifig ausgebaut werden. Hierzu sind lediglich die Verlegung der Haltestellen und kleinere Umbauten erforderlich. Ob in der Kreuzung Wesselinger Straße – Rheinstraße nicht doch ein einstreifiger und um sogenannte Bypässe ergänzter Kreisverkehr machbar ist, kann immer noch nicht beurteilt werden. Hier wurden mir bisher nur Zeichnungen von zweistreifigen Kreiseln vorgelegt, die in Deutschland sowieso nicht funktionieren und mit 42 m Durchmesser völlig überdimensioniert sind."

Daher hatte ich in der Sitzung folgenden auch von der SPD gestützten Antrag gestellt:

"1. Der Ausschuss stellt fest, dass der Grunderwerb für die Verlegung der K 7 auf absehbare Zeit nicht realisierbar ist und gibt hierauf beruhende Planungsvorstellungen auf.

2. Die Verwaltung wird beauftragt, Beschlussvorlagen vorzubereiten mit dem Ziel, die Bergerstraße zur Gemeindestraße herabzustufen. Die Kreisstraße 7 soll auf die Straßen Rheinstraße sowie Wesselinger Straße verlegt werden.

3. Um die Rheinstraße zwischen Otto-Wels-Straße und Wesselinger Straße leistungsfähiger zu machen, soll sie im genannten Streckenabschnitt vierstreifig ausgebaut werden.

4. Die Bergerstraße wird als Einbahnstraße in südlicher Richtung an die Rheinstraße so angebunden, dass allein in westlicher Richtung, also in Richtung Innenstadt - abgebogen werden kann.

5. Die Kreuzung Wesselinger Straße – Rheinstraße wird leistungsfähig ausgebaut. Ob hier nicht doch ein einstreifiger Kreisverkehr mit jeweils ergänzenden freien Rechtsabbiege- bzw. Geradeausspuren realisierbar ist, oder eine leistungsfähige Ampelkreuzung realisiert wird, soll in den konkreten Ausbauplanungen geklärt werden.

6. Sollte ein Kreisverkehr in der Kreuzung Wesselinger Straße – Rheinstraße realisierbar sein, wird geprüft, ob die Otto-Wels-Straße allein nach Osten in die Rheinstraße geführt werden kann. In diesem Fall müßte der Verkehr von Süden in Richtung Innenstadt über den Kreisverkehr Wesselinger Straße – Rheinstraße geführt werden. Die Rheinstraße erhielte in westlicher Richtung eine unbeampelte Linksabbiegespur – mit Stop-Schild – in die Otto-Wels-Straße sowie in östlicher Richtung eine freie Rechtsabbiegespur in die Otto-Wels-Straße. In der Alternative – also einer beampelten Kreuzung Rheinstraße – Otto-Wels-Straße – ist die Linksabbiegebeziehung von der Otto-Wels-Straße in die Rheinstraße nicht verzichtbar. Damit ist in dieser Kreuzung weiterhin eine Ampelanlage notwendig."

Das klingt so recht kompliziert, das macht aber nichts. Es geht darum, die Bergerstraße zu entlasten und die K 7 auf die Wesselinger Straße zu bringen. Inzwischen – das war im Jahre 2003 – habe ich von anderen Stellen gehört, dass im Kreuzungsbereich Wesselinger Straße – Rheinstraße Mindestquerschnitte für den entsprechend dimensionierten Kreisverkehr möglich sind, wenn die Grünfläche vor dem Matratzengeschäft einbezogen wird.