Anonyme Maulhelden

Wer für eine Partei oder ein Amt öffentlich kandidiert, läuft immer Gefahr, von anonymen Briefeschreibern attackiert zu werden. Der Zweck ist einzuschüchtern. Damit muss man umgehen.

Mir beispielsweise wird in so einem Schreiben ohne Absenderangabe unterstellt, ich hätte mein Leben lang noch nicht gearbeitet. Wer Arbeit am Schreibtisch für keine Arbeit hält, dem werde ich nicht viel entgegenhalten können, außer Ferienjobs während der Studienzeit.

Fest steht aber, dass ich noch nie im Leben Sozialhilfe, Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe bezogen habe und dass ich die von mir zurückzuzahlenden Bafög-Leistungen zurückgezahlt habe. Ich habe als Schüler mein Taschengeld mit Gitarrenunterricht verdient, ich habe während des Studiums Hilfskraftstätigkeiten ausgeübt und bin seit 1987 bei den Grünen als Geschäftsführer mit einem Teilzeitgehalt beschäftigt, das selbstverständlich versteuert wird und für das ich meine Sozialbeiträge bezahle. In diesen Jobs muss man seinen Verstand bemühen, man muss permanent Texte produzieren, man muss was von Buchhaltung und Mitgliederverwaltung verstehen, man muss Konflikte im Ansatz erkennen und Lösungen durchsetzen, man muss mit rein ehrenamtlich tätigen Mitstreitern so klarkommen, dass sie motiviert die Arbeit mit tragen.