Brühler Schlossbote überfordert Leser intellektuell

Auf den ersten Blick ist die Behauptung, das Anzeigenblatt Schlossbote könnte die Leser überfordern, möglicherweise unverständlich. Auf den zweiten Blick wird aber ein Schuh draus. Versuchen Sie doch mal rein anhand von Schlossbotenartikeln herauszufinden, wogegen sich die CDU-Stadtratsfraktion zusammen mit Bürgermeister und fdp erfolgreich gewehrt hat. Ein komisches Alternativgutachten zur Giesler-Galerie, das gar nicht machbar ist, für das es keinen Investor gibt, das verkehrstechnisch genauso schlimm ist wie die Giesler-Galerie und sogar - igit igit - Wohnen in der Stadt vorsieht. Haben Sie eine Darstellung dieser Planung der Warmuth Gruppe zu Quartier 21 entdeckt? Nein? Ich auch nicht. Im Gegensatz zu den meisten Brühlerinnen und Brühlern habe ich die Möglichkeit mir aus erster Hand ein Bild zu machen. Die Bürgerinnen und Bürger sind auf Informationen angewiesen, unter anderem auch vom dem Werbeblatt Schlossbote, das sich explizit nicht den Regeln des serösen Journalismus unterwerfen will. Ebenso wie die Darstellung zur Giesler-Planung die Darstellung zum Verkehrsentwicklungskonzept. Da wird der CDU-Ratspolitiker Gerharz zitiert, der die Ergebnisse des Verkehrsentwicklungskonzeptes darstellen darf, ohne dass nur ansatzweise die Versäumnisse dieses Gefälligkeitsgutachtens angesprochen werden. Auch hier setzt der Schlossbote voraus, dass die Leute etwas wissen, über das er selbst nicht berichtet. Noch ein Beispiel: Das Interview mit Michael Kreuzberg in kleiner Schrift auf einer drei Viertel Seite ist ein Meisterwerk des Eindampfens der diesjährigen Wahlkampf-Haushaltsrede des Bürgermeisters und von diesem unmöglich so in wörtlicher Rede zu erwarten. Ich musste an dem Text sehr konzentriert lesen. Das ist keine wörtliche Rede, aber viel Platz für den Bürgermeister von der richtigen Partei. Ich bin vom Schlossboten noch nicht auf ein Interview angesprochen worden. Wahrscheinlich deshalb, weil ich tatsächlich verständlich formulieren kann.