Hochwasserschutz im Erftkreis

Hochwasserereignisse sind an sich nicht neu. Sie treten in der Regel im Rahmen der Schneeschmelze im Winter oder Frühjahr ein. Sie haben dann ein besonders Ausmaß, wenn die Schneeschmelze mit starkem Regen zusammenfällt. Auf diese Situation sind wir - Ausnahmen bestätigen die Regel - grundsätzlich vorbereitet.

Neu sind hingegen sommerliche Starkregenereignisse, wie sie im August 2002 in weiten Teilen Europas zu katastrophalen Auswirkungen führten. Auf diese Ereignisse sind die Behörden nicht vorbereitet. Die Infrastruktur des Hochwasserschutzes ist in keiner Weise ausreichend dimensioniert. Es wäre vermessen, wenn wir im Erftkreis davon ausgingen, dass sich solche sommerlichen Starkregenereignisse hier nicht ereignen könnten. Sich auf diese Situation bestmöglich vorzubereiten ist ein Gebot der Daseinsvorsorge.

Unerheblich ist dabei die Frage, ob tatsächlich alle Experten die Meinung teilen, dass diese Starkregenereignisse ursächlich bereits dem Klimawandel zugeordnet werden müssen. Ausreichender Handlungsbedarf ist allein schon aufgrund der Tatsachen gegeben, dass diese Starkregenereignisse stattfinden.

Aus meiner Sicht sind nach wie vor wichtige Fragen nicht beantwortet: Müssen wir uns nicht generell auf Starkregenereignisse besser einstellen. Bis zu welcher Regenmenge sind wir ausreichend geschützt, welche Maßnahmen wurden durchgeführt, welche geplant, welche sind in der Ausführung?