Stadt Köln und Rhein-Erft-Kreis müssen sich bei der Stadtbahnplanung abstimmen [Aug 2018]

Die Stadt Köln hat in Widdersdorf ein sehr großes Baugebiet realisiert und dabei die Anbindung an das Stadtbahnnetz unterlassen. Ähnliches droht in Rondorf Nord-West, wo 4.000 Wohneinheiten realisiert werden sollen, bevor die Stadtbahn das Gebiet erschließt.

Dabei ist die Stadtbahn der einzige regionale öffentliche Verkehrsträger, dessen Ausbau halbwegs realisierbar erscheint. Die S-Bahn als Teil des DB-Nahverkehrs im Auftrag des Verkehrsverbundes Nahverkehr Rheinland ist grundsätzlich geplant und wird mit dem Ausbau der Stadtbahn auch nicht in Frage gestellt. Doch ist neben der S-Bahn die Stadtbahn tatsächlich noch mit Ausbaupotenzial zu sehen.

Hinsichtlich Widdersdorf haben die Kölner Grünen eine entsprechende Anfrage gestellt: 

https://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=77428

Im Verkehrsausschuss und bei den Mehrheitsfraktionen des Rhein-Erft-Kreises wird das Thema Stadtbahn in mehrfacher Hinsicht sehr ernst genommen. 

So sind zum einen die Zuständigkeit und damit Finanzierungsfragen neu in der Diskussion. So ist inzwischen denkbar, dass der Kreis für den gesamten regionalen ÖPNV zuständig wird, und damit auch die Stadtbahn wie die Regionalbusse finanzieren kann, nämlich je zur Hälfte aus der allgemeinen Kreisumlage und aus der nach Kilometern differenzierten Umlage der entsprechenden Kommune.

Zum anderes sind grundsätzlich sind folgende Ausbauvorhaben denkbar:

  • Verlängerung der Stadtbahnlinien 4 oder 1 nach Widdersdorf und weiter nach Brauweiler, Glessen und Niederaußem
  • Verlängerung der Stadtbahnlinie 7 in das Kerpener Gewerbegebiet Türnich III
  • Verlängerung eines Abzweigs der Stadtbahnlinie 18 nach Hürth-Mitte
  • Querverkehr auf der Querbahn zwischen Brühl und Wesseling der Stadtbahnlinien 16 und 18
  • Verlängerung der Stadtbahnlinie 5 nach Rondorf Nord-West und weiter nach Meschenich und auf die östliche Seite des Bahnhofs Kalscheuren

Was davon tatsächlich angegangen wird wird in der größeren intermodalen Verkehrsuntersuchung ReMoVe bewertet.

Ob vielleicht eines Tages auch eine Stadtbahn von Wesseling über Brühl, Hürth, Kerpen-Horrem, Bergheim nach Bedburg geführt werden kann, wird erst nach dem Braunkohleausstieg geklärt werden. 

Strukturpolitisch katastrophal wäre es, die Chancen, die in der Nachnutzung von Kohleinfrastruktur liegt, nicht zu nutzen.