Noch immer aktuell findet Bortlisz-Dickhoff seine Überlegungen zur Villebahn. Mit modernen Leichttriebwagen kann unabhängig von der Frage der unterschiedlichen Elektrifizierung über vorhandene Schienenwege die Villebahn eingerichtet werden. "Ich persönlich würde die Dürener Kreisbahn bitten, eine Machbarkeitsstudie vorzulegen. Die Dürener Kreisbahn betreibt sehr erfolgreich Schienenverkehr auf Strecken, die von der Deutschen Bahn aufgegeben wurden."

Die Villebahn würde in Bedburg beginnen und zunächst bis Horrem auf der DB-Strecke fahren. "Da die Leichttriebwagen keine Elektrifizierung voraussetzen, ist dieses schneller und kostengünstiger als auf die S-Bahn zu warten, die zudem noch einen zweigleisigen Ausbau voraussetzt. Wir brauchen ein Konzept, das mit eingleisigen Abschnitten zurechtkommt."

In Horrem gibt es für alle Direktverbindungen zwischen Bergheim und Köln ein Problem, man muss auf die S-Bahn-Trasse, und die liegt auf der südlichen Seite der neuen Schnellverbindung. Dies kann mit einer Kurvenfahrt westlich des Horremer Bahnhofes realisiert werden, mit dem zusätzlich noch ein ganzes Schulzentrum angeschlossen werden kann.

Ein weiteres jurzes Neubaustück müsste für die Verbindung von der kurz genutzen S 13 - Trasse auf die Nord-Süd-Kohlebahn führen. Über die Nord-Süd-Kohlebahn ginge die Villebahn dann nach Süden bis zum Knapsacker Chemiehügel und erschließt unterwegs Habbelrath, Benzelrath und Berrenrath. Sie kann mit einer verlängerten Stadtbahnlinie 2 (Köln-Frechen) verknüpft werden. Sie kommt an vielen Naherholungsgebieten vorbei und hat so auch Freizeitfunktionen. Über den Lückenschluss zwischen Kohlebahn und S-Bahn erhält das Güterterminal in Knapsack eine leistungsfähigere Anbindung an das Güterverkehrsnetz als über das Nadelör der schwarzen Bahn in Hürth, die durch Wohngebiete führt und nur eingleisig ist.

"Natürlich ist die Nord-Süd-Bahn momentan durch die Kohletransporte ins Goldenkraftwerk auf dem Knapsacker Chemiehügel blockiert. Wenn die Entscheidung für das Gaskraftwerk gelaufen ist, wird damit aber in der Perspektive die Nord-Süd-Bahn frei für den Güterverkehr des Chemieparks und den Personenverkehr auf der Villebahn."

Einmal im Chemiepark angekommen, kann die Verbindung zwischen Nord-Süd-Bahn und der Trasse der Schwarzen Gahn problemslos hergestellt werden. Die Villebahn nutzt die Schwarze Bahn dann durch Alt-Hürth bis zu einem weiteren kurzen Neubaustück, um den Busbahnhof in Hürth-Mitte zu erreichen.

Von dort geht es dann auf die Stadtbahntrasse der Linie 18 um den wichtigen Haltepunkt Fischenich neu zu erreichen. Dieser Haltepunkt am südlichen Ende Fischenichs zwischen der - hier östlich verlaufenden - Stadtbahn und der Eifelstrecke der DB (westlich) wird mit einem größeren Park§Ride-Haus versehen und verbindet die Stadtbahnlinie 18 und die DB-Eifelstrecke mit der Villebahn und erschließt damit ohne Umwegfahrten über Köln Hauptbahnhof die Eifel und das Vorgebierge bis Bonn für den nördlichen Erftkreis - und umgekehrt.

Über die 18-Trasse geht es dann weiter um hinter Brühl-Vochem auf die Querspange Brühl-Wesseling zu kommen. Diese wird dann bis Wesseling-Mitte benutzt. Ein Haltepunkt Brühl-Güterbahnhof kann die DB-Strecke Köln-Brühl-Bonn erschließen. In Wesseling wird die Stadtbahnlinie 16 (Köln-Wesseling-Bonn) erreicht.

Als westliche großräumige Tangeltialverbindung um Köln schafft die Villebahn die Verbindung der vorhandenen Schienentrassen: DB Köln-Bedburg, S-13 Köln-Düren, Stadtbahn 2 Köln-Frechen, Stadtbahn 18 Köln-Hürth-Bonn, DB Köln-Hürth-Erftstadt-Euskirchen-Trier, DB Köln-Brühl-Bonn, Stadtbahn 16 Köln-Wesseling-Bonn.

Sie verläuft an Arbeitsplatzschwerpunkten, z.B. Martinswerk Bergheim, Chemiepark Knapsack, Chemie in Wesseling.

Sie erschließt kreisweit Schulen und vor allem Berufskollegs in Bergheim, Habbelrath, Alt-Hürth.

Sie erschließt zur Zeit eher randständige aber entwicklungsfähige Wohnorte wie Habbelrath, Benzelrath, Berrenrath, Berzdorf, um nur einige zu nennen.

Sie erschließt Naherholungsgebiete wie den rekultivierten Frechener Tagebau, den Otto-Maigler-See, das Villegebiet.

Sie ist schließlich kostengünstig zu errichten, da sie mit wenigen Ausnahmen auf vorhandenen Schienen fährt.

Und: Die Vilelbahn ist förderfähig, wie eine Untersuchung aus dem Jahre 1997 erwiesen hat.

Daher hier eine etwas ältere Erklärung von mir:

Gutachter empfehlen Grundsatzbeschluss zur Villebahn

26. November 1997

Das Ingenieurbüro für Bau- und Verkehrswesen in Düsseldorf hat am 26.11.1997 Ergebnisse seiner Untersuchung zur "Verlängerung der KBS 481 (Bedburg - Horrem) bis Hürth als 'Villebahn'" und zu Alternativen bei der künftigen Sicherung der Verbindung Köln - Bergheim - Bedburg im Bergheimer Kreishaus vorgestellt.

Auf der Grundlage aktueller Ist-Daten errechnen die Gutachter bereits für die als Stammstrecke der Villebahn bezeichnete Verbindung Horrem - Hürth-Hermülheim ein Potential von 2000 Fahrten pro Tag auf der Strecke über Götzenkirchen und von 1800 Fahrten pro Tag auf der Strecke über Habbelrath.

Das Land hält die Förderungswürdigkeit von Schienenverbindungen ab einem Potential von 2000 Fahrten pro Tag für gegeben, so dass die Gutachter empfehlen, die Villebahn auf jeden Fall planungsrechtlich zu sichern. Dem schloss sich auch der Vertreter des Verkehrsverbundes an, der ergänzend auf darauf hinwies, dass die landesrechtlichen Rahmenbedingungen für neue Siedlungsbereiche den mit der Schiene angebundenen Gebieten hohe Förderungspriorität bietet.

Bortlisz-Dickhoff: "Wenn in diese Untersuchung bereits die von mir geforderte Verlängerung über Fischenich - Vochem - Brühl-Nord-Ost - Berzdorf -Wesseling Eingang gefunden hätte, wäre mit Sicherheit ein Fahrtenpotential von über 3000 Fahrten am Tag sichtbar geworden. Hier halte ich ergänzende Erhebungen für notwendig."

Beim Fahrtenpotential blieb auch die Verknüpfung mit der verlängerten Stadtbahnlinie 2 in Frechen, sowie mit den DB-Strecken Köln - Trier (in Fischenich) und Köln - Bonn (in Brühl) sowie das Potential im Ausbildungsverkehr (erschlossen werden direkt die Berufsschulen in Habbelrath und Hürth) unberücksichtigt.

Bortlisz-Dickhoff nach Abstimmung mit dem Hürter Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90 / Die Grünen Horst Lambertz: "Die zur Zeit nicht finanzierbare Verlängerung der Stadtbahnlinie 19 ins Hürther Zentrum könnte darüber kurzfristig kompensiert werden, indem die Villebahn und die Stadtbahnlinie 19 einen gemeinsamen Haltepunkt Luxemburger Straße erhalten, von dem aus das Zentrum über den geplanten Boulevard fußläufig und mit dem Stadtbus erschlossen wird."

"Noch interessanter als die Potentialanalyse zur Villebahn", so Bortlisz-Dickhoff, "erscheinen die nur mündlich vorgetragenen Zwischenergebnisse zur Sicherung des Streckenabschnittes (Köln -) Horrem - Bergheim - Bedburg - Neuss ( - Düsseldorf).

Die Gutachter haben vier Varianten untersucht. So zum Beispiel den Betrieb Horrem - Düsseldorf als S-Bahn oder auch die Verlängerung der Stadtbahnlinie 1 über Horrem nach Bedburg. Auch in dieser vergleichenden Untersuchung stellt sich die Villebahn als diejeniege Alternative dar, die das beste Verhaltnis von Betriebsaufwand und Fahrtenpotential bietet. Der Kostendeckungsgrad liegt hier bei über 40 Prozent."

Der Verkehrsverbund erwartet nunmehr vom Kreistag die Entscheidung für eine Option, damit möglicherweise noch vor Beginn der Baumaßnahmen in Horrem zum Bau der S- und Schnellbahnstrecke das in allen vier Varianten als notwendig dargestellte Brückenbauwerk im Horremer Bahnhof mit geplant und gebaut werden kann.

Egal, wie der Betrieb letztendlich aussehen wird, der Nah- oder Regionalverkehr muss aus der südlich der Schnellbahnstrecke verlaufenden S-Bahn-Trasse im Horremer Bahnhof nach Norden kreuzungsfrei geführt werden können.