51,8 Prozent sind doch eine satte Mehrheit - oder?

Auf der Homepage der Stadt Brühl ist zu lesen, dass Bürgermeister Kreuzberg bei der Bürgermeisterwahl 2009 zu 51,8 Prozent von den Brühlerinnen und Brühlern gewählt wurde.

In der Tag, ein beeindruckendes Wahlergebnis, andere bekamen deutlich weniger. Aber bei Prozenten ist immer die Frage, von welcher Größe denn nun auf Kreuzberg die Hälfte entfällt.

Nicht schwer, denkt sich da jeder, natürlich erhielt er die Hälfte der Stimmen der Wählerinnen und Wähler. Die machen aber auch nur gut die Hälfte (58,3 %) der Wahlberechtigten aus.

Aha, da wird der schöne Eindruck schnell als schöner Schein entlarvt, denn von den Wahlberechtigten haben nur noch 30 Prozent Michael Kreuzberg gewählt. Knapp 70 Prozent der Wahlberechtigten haben auch Michael Kreuzberg nicht gewählt.

Da ist der Mensch sprachlos, doch es kommt noch schlimmer.

Die Wahlberechtigten machen nämlich selbst nur 75 Prozent der Brühler Einwohnerinnen und Einwohner aus. 25 Prozent sind gar nicht wahlberechtigt, sei es, weil sie keine deutsche Staatsbürgerschaft haben, sei es, weil sie zu jung sind.

Von den Einwohnerinnen und Einwohner haben dann auch nur 23 Prozent, also noch nicht einmal ein Viertel Michael Kreuzberg gewählt.

Worauf bauen wir eigentlich, wenn wir das für ein gutes Wahlergebnis halten?

Müssten wir nicht zusehen weitreichende Beschlüsse möglichst einvernehmlich durch den Rat zu beschließen, um wenigstens eine halbwegs solide Legitimation vor den Einwohnerinnen und Einwohnern zu haben?

Da ist es übrigens ein schlechtes Argument, wenn meine Parteifreunde darauf hinweisen, dass auf diese Weise aus den stolzen 14,28 Prozent bei der Wahl des letzten Stadtrats mickrige 6,34 Prozent würden. So ist es eben.

Meines Erachtens sollten daher die Sitze im Rat frei bleiben. Sagen wir mal, der Rat hat für 45.000 Einwohner 90 Sitze insgesamt zu verteilen. Dann bekämen wir für 6,34 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner 8 Sitze, es würden aber bei einer Beteiligung von 50 Prozent 45 Sitze unbesetzt bleiben. Das wäre nicht nur ein Symbol. Die Leute würden merken: wenn ich nicht wähle, bleibe ich ohne Einfluss und nur wenige bestimmen die Geschicke.