Kein Tornado in Bergheim-Fliesteden

Die Zeitung war schnell und meldete einen Tornado in Bergheim Fliesteden. Des war vorschnell und die Starkwindboe eher zufällig. Das Wettergeschehen bietet insgesamt aber auch in diesem Sommer wieder zahlreiche Hinweise auf den Klimawandel.

Bortlisz-Dickhoff erklärt am 6. Juli 2005:

„Die bis heute eingetretenen Klimaveränderungen haben ihre Ursache im Verhalten der Menschen vor mehr als 20 Jahren. Wir werden auch hier im Kreis dem weltweiten Wettergeschehen nicht ausweichen können. Wenn wir der Versicherungswirtschaft glauben, ist die Lage schon heute hoch dramatisch.

Wir werden noch viele Tornados, Wolkenbrüche, Überschwemmungen, schwerste Stürme im Rhein-Erft-Kreis erleben, bevor die Wirkung einer Klimaschutzpolitik eintreten würde, vor der sich im Rhein-Erft-Kreis alle Parteien mit Ausnahme der GRÜNEN drücken.

Im Gegenteil: Noch im letzten Jahr wurde im Kreistag unter Führung des Landrates auf Betreiben von RWE Power eine Resolution gegen die EU-verbindliche Klimaschutzpolitik durch CDU, SPD und FDP verabschiedet. Es wurde behauptet, dass der Schadstoffhandel das Ende der Braunkohle bedeutet.

Ein wesentliches Element der im völkerrechtlich verbindlichen Kyoto-Protokoll verabredeten Klimapolitik war die Einführung des Schadstoffhandels. Hiernach gibt es eine begrenzte und jährlich zu verringernde Zahl von handelbaren Verschmutzungsrechten. Der Ersatz von Altanlagen durch neue und effizientere Anlagen bringt also finanzielle Vorteile.

Nur aufgrund dieses Schadstoffhandels ist RWE Power überhaupt bereit, alte Anlagen durch neue zu ersetzen.

Wir brauchen eine Energiepolitik, die die Nutzung der regenerativen Quellen voranbringt. Alles andere ist volkswirtschaftlicher Harakiri und für unsere Kinder eine Katastrophe.“

 

Aus 2003 stammt folgende Veröffentlichung von mir:

150 mm Regen an nur einem Tag, ein schlechter Sommer wie er immer wieder mal vorkommt? Diese Frage stellt sich angesichts des täglichen Wetterberichtes, denn es gibt zunehmend die Erkenntnis, dass es sich dabei um die ersten Vorboten der Wirkungen der Klimaveränderung handelt. Wetterexperten wie Dieter Walch sprechen es inzwischen auch öffentlich aus. Die globale Erwärmung führt dazu, dass über den Ozeanen deutlich mehr Wasser verdampft und damit immer mehr Regen entsteht. Greenpeace stellte eine Studie zum Abschmelzen der Gletscher vor, der Permafrostboden in Sibirien schmilzt.

Ob sich die Hochwasserbetroffenen dauerhaft damit abfinden werden, dass sie von den Versicherungen keinen Cent sehen, weil es sich angelblich um natürliche Ereignisse handelt, bezweifel ich stark.

Wir haben ernsthafte Konsequenzen zu ziehen. Ich wünsche mir, dass die Wählerinnen und Wähler die Kandidatinnen und Kandidaten tatsächlich auch danach befragen, ob sie allen ernstes der Meinung sind, wir könnten es uns leisten, nicht auf die regenerativen Energiequellen umzusteigen. Wer anderes will, gefährdet das Leben der Kinder und Enkel.