60er Geburtstag

Bürgermeister Dieter Freytag beglückwünscht Johannes Bortlisz-Dickhoff zu seinen jetzt 30jährigen kommunalpolitischen Aktivitäten im Kreis und in der Stadt Brühl.
60ter Geburtstag von Johannes

Vielen Dank an alle, die auf verschiedenem Wegen mir ihre Glückwünsche zu meinem 60sten überbracht haben. Allen, die gekommen sind, hat die kleine Feier hoffentlich genauso gut gefallen, wie meiner Familie und mir. Für die vielen Geschenke: dankeschon.

Vor allem möchte ich auch danken fü die Beteiligung an der Spendenaktion für die UNICEF-Jemen-Kinderhilfe.

Eine kleine Rede ist von einem politisch engagierten Menschen gerade zu seinem 60sten eine Bringschuld.

Hier meine Worte noch einmal zum Nachlesen:

"Kaum ist man vierzig schon ist man schon sechzig; und spätestens dann muss man dann doch mal eine Feier organisieren, in der man selbst im Mittelpunkt steht.

Das mit dem Feiern ist mir eigentlich immer noch genauso unheimlich, wie als Kandidat an jedem Mast zu hängen und nirgends mehr her fahren zu können, ohne sich selbst zu sehen, oder wie früher mit Gitarre oder Mandoline auf Bühnen zu sitzen und andere über sich urteilen zu lassen.

Öffentliche Aufmerksamkeit war nie mein Ziel, ist aber für die zentrale Aufgabe des Weltverbesserers unumgänglich: die Dinge über politisches Handeln zum besseren zu verändern.

So bedeuten Wahlen immer auch, sich dem Urteil anderer auszuliefern. Demokratie braucht insofern mutige Menschen, die ihrem Gewissen und ihrer Überzeugung folgen, auch dann, wenn noch nicht alle von den eigenen An- und Einsichten überzeugt sind. Nur Diktaturen versuchen sich dem Urteil des Volkes zu entziehen, indem sie dem Volk das Recht entziehen, zu urteilen.

Der  Wahltag ist morgen, heute nach Ende des Wahlkampfs und vor dem Wahltag mit Siegern und Verlierern, nutze ich die Gelegenheit, meinen Geburtstag mit Euch und Ihnen zu feiern. 

Ich freue mich über die Resonanz und wünsche uns allen lockere Gespräche in angenehmer Athmosphäre.

Vor 60 Jahren kam ich als Wunschkind meiner Eltern fast genau 9 Monate nach ihrer Hochzeit in Buer, heute Stadtteil von Gelsenkirchen, zur Welt. Die ersten Jahre lebte die Familie, zu der neben meinen Eltern schließlich noch weitere 6 Geschwister gehören, in Essen, dann in Hattingen-Ruhr. Leider können heute meine Eltern nicht dabei sein, auch nicht alle meine Geschwister, so ist das aber mit den Großfamilien.

Meine Jugend war bis zum Abitur vom Musik machen geprägt. Nicht in einer Rockband, wie zu vermuten, sondern in diversen Zupfmusikzusammenhängen. Musikschule und Wittener Mandolinenorchester sind hier die Stichworte.

Daneben waren wir dann auch im sogenannten "SacroPop" engagiert. Highlight hier, die Messe zur Jugendwallfahrt im Dom zu Neviges. Und eine Messe in St.Mauritius zu Niederwenigern, in der wir Spenden für die SWAPO, die South West African Peoples Organizsation, sammelten. Mir ist heute noch ein Rätsel, wieso das nicht der Zensur zum Opfer fiel, war doch die SWAPO die namibische Schwesterorganisation des südafrikanischen ANC unter Führung von Nelson Mandela, die die Apartheid mit nicht nur rechtsstaatlichen Mitteln bekämpfte.  

Nach dem Abi fragte ich mich dann aber, ob wirklich die Musik das ist, womit die Welt zum Besseren gebracht werden könnte. 

Nach einer Zwischenstation in Tübingen, eine aus Sicht des Ruhris doch sehr eigenartige Welt, verschlug mich die ZVS dann nach Bielefeld, wo ich nicht nur Pädagogik studierte, sondern mit der Fachschaftsarbeit und in der studentischen Interessenvertretung erste politische Erfahrungen machte. Unsere Gruppe hieß damals EGAL für erste Grün-Alternative Hochschulgruppe. Für einige Zeit war ich sogar mal ASTA-Vorsitzender.

Es war eine Zeit der gesellschaftspolitischen Neuorientierung: Frauenbewegung, Friedensbewegung, Anti-AKW-Bewegung, Dritte-Welt-Bewegung, Umweltbewegung, ... viele Bewegungen, die nach neuen politischen Organisationsformen suchten. 

In Bielefeld hatte die Feldhoheit der KB Nord, der in der sich formierenden parlamentarischen Orientierung auf die alternativen Listen setzte, kommunale Wahllisten, in denen die unterschiedlichen Bewegungsansätze eher additiv zusammen kamen.

Mir schwebte immer schon eher eine Partei vor, die - ausgehend von den unterschiedlichen Bewegungsansätzen - zu integrierten programmatischen Ansätzen führen sollte. Dass auch ein Herr Gruhl dabei war, der den Linken als reiner Umweltaktivist zu rechts war, hat mich nie gestört. Ist doch die Kritik der Grünen am Kapitalismus - so verstehe ich es auch heute noch - eher eine Kritik an den Produktionsformen als an den Besitzverhältnissen, die besondere Blindheit der Akteure gegenüber den Folgen ihres Handelns. 

So trat ich dann am im November 1981, also vor 35 Jahren, in die Grüne Partei ein.

Vor 30 Jahren konnte ich dann als Geschäftsführer der Grünen Kreistagsfraktion meinen Traumjob antreten, den ich bis heute noch gerne und mit Leidenschaft ausübe. Natürlich ist Politik, insbesondere auch Kommunalpolitik, kein Ponyhof. Aber trotz aller Differenzen in der Sache und manchem heftigen Streit, schätze ich an meinen Parteifreunden auch in der Rolle als Arbeitgeber, dass sie stets absolut fair agieren. Dafür bin ich Ihnen dankbar.

Den Weg mit den unendlich vielen Gremiensitzungen auf Gemeinde-, Kreis- und Landschaftsverbandsebene so intensiv gehen zu können, geht nicht ohne den erforderlichen Freiraum, den mir insbesondere meine Familie ermöglicht.

Meine Frau Sybille hat es mit mir nicht immer ganz leicht. Sie kommt als alte Eckdorferin und Tochter des örtlichen Bäckers aus dem Dorf, kennt die Menschen von klein an und weiß immer noch, wieviele Brötchen die einzelnen Familien morgens so bekamen. Wir schaffen es irgendwie, unsere Jobs und unser Engagement zu organisieren. Unsere gemeinsame Tochter Merle macht uns beiden jedenfalls große Freude. 

Als die Einladung zur heutigen Feier anstanden, habe ich ziemlich schnell weitgehend kapituliert. Nicht alle, mit denen ich in meinem Leben zu tun habe, konnte ich einladen. Dies bitte ich nicht als despektierlich wahrzunehmen. Es hat mich aber auch erschreckt, mit wie vielen Menschen man zu tun hat, wenn man einmal mit dem doch überschaubaren Thema Kommunalpolitik anfängt.

Kommunalpolitik klinkt nach niedlich und heimatverbunden, nach Ortsliga und Amateurtheater. Dem ist aber ganz und gar nicht so. Es sind in allen Parteien vor allem hoch motivierte und engagierte Streiterinnen und Streiter für die Belange der Menschen vor Ort. Sie sind die Basis und die Stützen des demokratischen Zusammenlebens. 

Billigjournalismus und Talkshows vermitteln ein krudes und falsches Bild von Politik. Politikerinnen und Politiker sind nicht Machthaber, die mit einem Arsenal an Veränderungsinstrumenten ausgestattet sind und wenn sie wollten, von jetzt auf gleich Brücken bauen, Straßen verbreitern, Staus beheben, Lehrer machen, Kinder mit Handicaps inkludieren, Rechtsradikalismus überwinden, Überfälle auf Frauen verhindern, den Missbrauch von Schutzbefohlenen beenden können.  Nein, sie sind lediglich engagierte Kämpferinnen und Kämpfer gegen die Missstände. 

Wenn ich mir die menschenverachtenden Postings der Rechtsradikalen  auf grünen Seiten beispielsweise bei Facebook anschaue, und ähnliches gilt für alle demokratischen Parteien, die ebenso von organisiertem Hass überzogen werden, dann wird deutlich, dass auf hochkomplexe Zusammenhänge immer noch der einfache Holzhammer von menschenverachtenden Vereinfachern und Zuschreibungen auf Sündenböcke funktioniert.

Auch deshalb habe ich Weggefährtinnen und Weggefährten aus verschiedenen politischen Richtungen eingeladen. Bei allen Differenzen in den politischen Programmen stehen Demokraten tatsächlich in vielen Fragen auch zusammen.

Wenn wir uns hier umsehen, fallen sofort einige Dinge auf, die von politischen Prozessen mit beeinflusst wurden. 

Da steht nicht zu übersehen das Schloss Augustusburg, das zusammen mit Schloss Falkenlust, aufgrund der schnellen Anmeldung der damaligen Verantwortlichen beim Welterbekommitee zügig zum Weltkulturerbe erklärt wurden. Zwingend war das nicht.

Oder das Max-Ernst-Museum, ein einstmals als Tanzlokal errichtetes Gebäude, das mit den Jahren heruntergekommen war. Es ist ein richtiger Ort, dem größten künstlerischen Sohn der Stadt ein Museum zu widmen. Die Stadt Brühl hat das angefangen und lange Zeit behauptet, es selbst auch finanziell stemmen zu können. Dies hatten wir als grüne Stadtratsfraktion immer bezweifelt und so kam es dann ja auch: der Landschaftsverband übernahme das Haus. Ich persönlich werde aber den Verdacht nicht los, dass die Verantwortlichen von vornherein vor hatten, das Projekt am Ende beim Landschaftsverband unter zu bringen. Auch das ist Kommunalpolitik.

Oder dieses Bahnhofsgebäude mit seiner Sanierungs- und unendlichen Geschichte der Einrichtung eines Aufzugs. Dazu die Radstation, unter rot-grün zwischen 1994 und 1999 errichtet. Sie wurde gemeinsam mit dem "Parkriegel" - einige erinnern sich sicher - zum Gegenstand der CDU-Kampagne gegen rot-grün in Brühl. Kurz nach der Wahl war die Radstation dann selbstverständlicher Bestandteil der Bahnhofsinfrastruktur. 

Ich werde heute kein weiteres Wort zu Fragen des Ausbaus der Schieneninfrastruktur verlieren. 

Nur zum Abschluss dann noch ein Wort zu einem der wichtigsten Dinge, die ich im Rahmen meiner Tätigkeiten begleiten durfte. Ich konnte über Jahre im Aufsichtsrat von Vogelsang ip den Prozess des Umbaus der nationalsozialisten Ordensburg Vogelsang in Schleiden in der Eifel mit gestalten. Als Täterort ist er inzwischen Teil der wichtigen und - wie die aktuellen Entwicklungen leider beweisen - hochaktuellen Erinnerungskultur an die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Wir können hier insbesondere auch mit der Ausstellung "Bestimmung: Herrenmensch" zeigen, wie eine Pädagogik der systematischen Verrohung von Denken und Fühlen junge Menschen dazu bringen konnte, sich widerspruchslos in den Dienst des faschistischen Systems zu begeben und wichtigste Träger des Völkermordes zu werden. Wir sind uns hier mit allen Demokraten einig, dass alle Schülerinnen und Schüler sich in entsprechenden Bildungsformaten der Frage stellen müssen, was wäre mit mir in einem solchen System, würde ich mitlaufen und morden oder mich dem menschenverachtenden Treiben entgegenstellen.

Euch und Ihnen allen wünsche ich für heute gute Gespräche und Begegnungen und bedanke mich ganz herzlich."

Ihr und Euer

Johannes Martin Maria Bortlisz-Dickhoff, geborener Bortlisz 

60 Jahre alt, 35 Jahre grün, 30 Jahre vor Ort im Rhein-Erft-Kreis

"Die Grenzen des Wachstums" - der Bericht des Club of Rome - hat mit den ersten Hinweisen auf die drohenden Umweltkatastrophen die Weichen gestellt für das Mitmachen bei den sich gerade gründenden Grünen. 

Von der damaligen Alternativen Linken mit Argwohn verfolgt, gab es doch mit den Alternativen und Bunten Listen deutlich pointiertere Ansätze, waren die GRÜNEN für mich von vornherein deshalb eine andere Partei, weil sie versuchten die unterschiedlichen kritischen Ansätze der Kritik an einem unkritischen Nachkriegs-West-Deutschland zusammenzuführen und zu einem konsistenten Politikansatz zu bringen, den ich immer auch als parlamentarischen Politikansatz gesehen habe.

Die ganzen wüsten Auseinandersetzungen der Anfänge, um Rotation, Antiparteienpartei, Selbstbeschränkung auf den parlamentarischen Arm der Bewegung, habe ich immer mit Geduld erlebt, weil es in den ganzen 35 Jahren der GRÜNEN Existenz eben keine Partei gab, die sich auch nur annähernd den Realitäten einer - heute würde man es so ausdrücken - globalisierten Welt stellten.

Als Realo der ersten Stunde wurden zunächst die Tolerierungen, dann die ersten rot-grünen Regierungen unterstützt, dann auch die Zusammenarbeit mit der CDU oder der FDP, um im realen Politikbetrieb ganz real die Verhältnisse zu verändern. Vom Atomausstieg über die Überwindung der Blockkonfrontation, die Frauenemanzipation, die Förderung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes, etc. etc. 

Hauptaufgabengebiet bleibt - gemäß dem Motto "Global denken, lokal Handeln", die Kommunalpolitik. Über 20 Jahre Brühler Stadtrat, fast eben solange im Kreistag, jetzt schon länger in der Landschaftsversammlung Rheinland, in vielfältigen Ausschüssen, Gremien, Aufsichtsräten, Arbeitsgruppen, oft mit zwei oder drei Abendsitzungen die Woche. 

Wenn ich erneut für den Landtag kandidiere, dann deswegen, weil ich für meinen Politikschwerpunkt Verkehr die erforderliche Expertise mit bringe. Ich bin Mitglied des Brühler Verkehrsausschusses mit dem Arbeitskreis Radverkehr und im Aufsichtsrat der Stadtwerke Brühl, die den Brühler Stadtbusverkehr betreibt. Ich bin Vorsitzender des Verkehrsausschusses des Rhein-Erft-Kreises. Über den Rhein-Erft-Kreis im Aufsichtsrat der REVG und der HGK sowie den Gremien von VRS und NVR. 

Im Stadtrat haben wir uns für den Ausbau der Stadtbahnbedienung, die Radstation, den Umbau des Bahnhofs, für sichere Radwege, die Einführung und den Ausbau des Stadtbussystems eingesetzt und wollen das Radwege- und das Fußwegenetz noch weiter ausbauen und sichere Fahrradabstellanlagen an den Haltepunkten der Stadtbahn.

Wir haben im Kreistag zusammen mit den Koalitionspartnern von CDU und FDP ein umfassendes Antistauprogramm auf den Weg gebracht. Hier gehören die überregionalen Radwege, der Ausbau der Stadtbahn, Bau und Ausbau von Pendlerparkplätzen an den Autobahnanschlussstellen, Mobilitätsstationen etc. zum Programm. Wir wollen die REVG kostengünstiger machen und attraktiven und schnellen regionalen Busverkehr ermöglichen. Wir wollen die Straßeninfrastruktur erhalten und gezielt ausbauen. 

Im VRS und NVR arbeiten wir an Ausbauprogrammen und Verbesserungen im Tarifsystem. Der Bahnkonten Köln gehört ebenso zu den herauszuhebenden regionalen Projekten wie die Einführung des RRX.

Dies nur ein kleiner Ausschnitt aus der Arbeit. Alles nicht Hochglanz, aber alles mit Nachdruck.



Bortlisz-Dickhoff

Johannes Bortlisz-Dickhoff ist Jahrgang 1957, verheirat, eine Tochter Jahrgang 1993. Beruflich ist er Geschäftsführer von Kreistagsfraktion und Kreisverband der Grünen.

Bei den Grünen ist er seit 1981. Sein Schwerpunkt ist die Verkehrspolitik, soweit eine Beschränkung beim Generalistenjob Geschäftsführung überhaupt möglich ist. 

Bortlisz-Dickhoff: "Es gibt keinen Fachbereich, der mir wirklich fremd ist. Wichtig finde ich vor Ort all das, was den Kindern und Jugendlichen ein gesundes Großwerden ermöglicht."

Machen Sie mit, mach Du mit bei den GRÜNEN, damit wir auch morgen noch  über eine lebenswerte Welt verfügen.

Wenn Ihnen dazu was besseres einfällt - immer her mit klugen Vorschlägen: johannes@bortlisz.de

Ruhe

Phantasialanderweiterung - Nein danke!

Max Ernst - zu groß für Brühl?

Macht mehr möglich!

Lüdenscheid? (Vorsicht, mein Lieblingswitz)

Sitzt nen Schalker im Gaaten bei Kaffe un Kuchen - kommt ne Wespe vobei. Sacht de Schalker zur Wespe: "Ei, solang du in mein Gaaten bis, ziehse dat Trikko aus."